Wie Sie alte Fotos vor dem Scannen reinigen: Sichere Techniken für bessere Ergebnisse
Das Foto kam in einem Umschlag, auf dem zwei Jahrzehnte Staub lagen. Das ist nichts Ungewöhnliches – viele Familienfotos wurden über Jahre oder Jahrzehnte unter Bedingungen gelagert, bei denen sich Oberflächenschmutz ansammelt. Vor dem Scannen ist eine gewisse Reinigung oft sinnvoll.
Doch „Reinigung" ist ein Wort, das im Zusammenhang mit Fotografien sorgfältig definiert werden muss. Die falsche Reinigungstechnik kann mehr Schaden anrichten als die ursprüngliche Verschmutzung selbst.
Was Sie gefahrlos entfernen können
Loser Staub und Partikel lassen sich mit einer weichen, sauberen Bürste (einem breiten Aquarellpinsel oder einem Blasebalg für die Fotografie) gefahrlos entfernen. Arbeiten Sie behutsam unter Streiflicht, damit Sie sehen, was Sie entfernen.
Fingerabdrücke auf der Oberfläche lassen sich unter Umständen mit einem sauberen, trockenen Baumwolltuch sehr vorsichtig behandeln. Nicht reiben – nur leicht tupfen. Testen Sie zuerst an einer Kante. Manche Fingerabdrücke haben sich im Laufe der Zeit chemisch mit der Emulsion verbunden und lassen sich ohne Schaden nicht mehr entfernen.
Lockere Oberflächenverschmutzungen, die sich nicht mit der Emulsion verbunden haben, lassen sich manchmal mit einem nur ganz leicht mit destilliertem Wasser angefeuchteten Wattestäbchen entfernen. Die Betonung liegt auf „ganz leicht" – Flüssigkeit auf einer fotografischen Emulsion ist ein erhebliches Risiko.
Was Sie auf keinen Fall tun dürfen
Verwenden Sie keine Reinigungssprays oder Lösungsmittel. Selbst Isopropylalkohol, der oft für andere Oberflächen empfohlen wird, kann die fotografische Emulsion beschädigen und Farbstoffe auflösen.
Reiben Sie nicht kräftig. Die Emulsionsschicht eines alten Fotos ist empfindlich. Reiben mit jeglichem Material kann die Oberfläche zerkratzen oder Emulsion abtragen.
Bringen Sie keine Flüssigkeiten auf Farbfotos auf. Farbstoffe in fotografischen Abzügen sind weitaus wasserlöslicher als Schwarz-Weiß-Silberbilder. Schon geringe Wassermengen können dazu führen, dass Farbstoffe wandern und Flecken entstehen.
Versuchen Sie nicht, Schimmel mechanisch zu entfernen. Schimmel, der in die Emulsion hineingewachsen ist, ist Teil des Fotos geworden. Physisches Entfernen reißt Emulsion mit heraus. Scannen Sie das schimmelgeschädigte Foto stattdessen ein – KI-gestütztes Inpainting kommt mit Schimmelmustern recht gut zurecht.
Wann Sie aufhören und scannen sollten
Wenn ein Foto Verunreinigungen aufweist, bei denen Sie unsicher sind, wie Sie damit umgehen sollen, lautet die Antwort: erst scannen, dann behandeln (oder gar nicht behandeln). Ein Scan hält den aktuellen Zustand des Fotos fest, bevor weitere Eingriffe erfolgen. Wenn die Reinigung schiefgeht, haben Sie den Scan als Rückversicherung.
Bei wirklich wertvollen Fotos lohnt sich eine professionelle Konservierungsreinigung. Restauratorinnen und Restauratoren verfügen über Techniken und Materialien, mit denen sich Verunreinigungen sicher behandeln lassen, deren Behandlung zu Hause riskant wäre.
Reinigen Sie das Foto, scannen Sie es anschließend mit mindestens 600 DPI und übergeben Sie den Scan dann unserem Tool zur Fotorestaurierung, um zu behandeln, was die Reinigung nicht entfernen konnte.

